Geheimrezept mit Nebenwirkungen -
Die Theatergruppe des Liederkranz 1850 Herlikofen e. V. zeigte am 02. und 03. Januar 2026 den Dreiakter „Der verflixte Jungbrunnen“ von Jochen Wiltschko vor einem begeisterten Publikum in der teils ausverkauften Gemeindehalle.
In dieser turbulenten Komödie geht es um den freischaffenden Chemiker Thomas Saftlhuber (Simon Grözinger), der im Auftrag der Firma Medikarz eine Reise nach Tibet unternommen und dort aus einem Kloster das einzigartige Geheimrezept für ein Elixier, welches ewige Jugend verspricht, mitgebracht hat. Wieder zu Hause vergräbt er sich im heimischen Labor und versucht, das Elixier nachzubrauen, da ihm die Vertreterin der Firma Medikarz, Frau Dr. Stirnhefter (Verena Seid), bereits im Nacken sitzt. Darüber gerät – zum Leidwesen seiner Haushälterin Ursula (Natalie Ostertag) – der angekündigte Besuch seiner Cousinen Eva (Marina Sauter) und Maria (Sabine Wiedmann) in Vergessenheit.
Zusammen mit seinen beiden Freunden Daniel (Stephan Hörandl) und Günther (Hans Stegmaier) soll die Wirksamkeit des Elixiers im Selbstversuch getestet werden. Was er nicht ahnt: das Elixier bringt so einige Nebenwirkungen mit sich, welche für so manch turbulente Situation sorgen!
Es beginnt noch recht harmlos: Die drei Freunde erschrecken die Damen mit plötzlich auftretenden grünen Gesichtern, die nach Trinken des hastig gebrauten Gegenmittels Gottseidank wieder verschwinden, nur um die Cousinen samt Haushälterin dann mit einer weiteren Nebenwirkung zu vergraulen: die drei Kumpanen entwickeln plötzlich einen widerwärtigen, kaum aushaltbaren Körpergeruch! Rasch wird wieder im Labor ein Gegenmittel fabriziert, was zum Glück auch schnell wieder für gute Luft sorgt!
Doch zu früh gefreut: als weitere Nebenwirkung mutieren die drei gestandenen Mannsbilder dann zu stotternden Jünglingen beim Aufeinandertreffen auf die drei anwesenden Damen, die sich nicht wenig wundern! Aber auch diese ungewollte Reaktion kann mit einem eilends hergestellten Gegenmittel schnell behoben werden.
Seltsamerweise verwandeln sich dann die Cousinen Eva und Maria, nebst Haushälterin Ursula, in mannstolle Verführerinnen und flirten ungeniert mit den gar nicht abgeneigten Freunden Daniel und Günther. Erst als Ursula sich an ihren Chef Thomas Saftlhuber heranmacht, wird es dem Chemiker klar: das kann nur eine weitere Nebenwirkung sein! So macht er sich wieder im Labor zu schaffen und es gelingt ihm auch diesmal, einen Trank zu brauen, der dem Treiben ein Ende setzt! Und immer wieder klopft die erkältete und lautstark niesende Pharmavertreterin Dr. Stirnhefter an und setzt den immer verzweifelter werdenden Chemiker unter Druck, was zur Folge hat, dass auch der gute Thomas nicht nur immer nervöser wird, sondern nun auch unter Erkältungserscheinungen leidet!
Als die drei Freunde dann noch in einen rauschartigen Zustand und anschließenden Tiefschlaf verfallen, ohne auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben, weiß sich Eva keinen anderen Rat und bittet ihren Chef, Dr. Sommer (Volker Abele), um Rat, der sogleich zu Hilfe eilt, nebst der diensttreuen Oberschwester Gisela (Angelika Hagan). Aber auch er scheitert bei dem Versuch, die Drei zu wecken! Die Not ist groß und die Freude auch, als mal wieder Frau Dr. Stirnhefter hereinschneit, die – wie sich die Haushälterin Ursula erinnert – doch auch ein paar Semester Biochemie studiert hat. Sie soll nun einen Gegentrank im Labor brauen, anhand der Notizen des ausgeknockten Chemikers. Es gelingt und zu aller Freude wachen die drei Freunde wieder auf, nebenwirkungsfrei und nur leicht verkatert, aber zu Thomas großer Verwunderung ist seine Erkältung verschwunden! Er vermutet einen Zusammenhang mit dem Trunk und verabreicht ihn der erschöpften Frau Dr. Stirnhefter, was sofort zu einer Spontanheilung führt! So hat er am Ende doch noch ein Geheimelixier hergestellt, wenn auch nicht ein Jungbrunnen, dann doch ein Medikament gegen Erkältungskrankheiten! Nun sind alle glücklich, sogar die gute Frau Doktor, die jetzt endlich zu ihrem Vertragsabschluss kommt. Ende gut – alles gut!
Das begeisterte Publikum sparte am Ende nicht mit Beifall und auch so manche durch Lacher und Szenenapplaus erzwungene Unterbrechung zeigte den Akteuren: dem Publikum gefiel’s!
In seiner Abschlussrede dankte Vorsitzender Thomas Ritz allen Akteuren auf der Bühne, der Spielleiterin Sylvia Stegmaier, Antonia Abele und Christina Stegmaier, die für die Maske verantwortlich zeichneten, Cornelia Pflieger, die soufflierte, wenn mal der Text hing, Volker Abele, der die Technik im Griff hatte und allen Helfern rund um Kulisse, Küche und Organisation für die wieder einmal hervorragende Arbeit. Er bedankte sich bei dem tollen Publikum für den Besuch und wünschte allen einen guten und sicheren Nachhauseweg.
"Opa kann' nicht lassen" -
Aufführungen des Theaterensembles vom Liederkranz 1850 Herlikofen e. V. am 4./5. Januar 2024
Nach mehrjähriger Corona-Pause hieß es am Donnerstag, 4. Januar endlich wieder „Bühne frei“ für das Theaterensemble des Liederkranz 1850 Herlikofen e. V. Sowohl Premiere als auch 2. Vorstellung am Freitag, 5. Januar waren fast ausverkauft. Mit dem Dreiakter „Opa kann’s nicht lassen“ von Walter G. Pfaus zeigten die Spielerinnen und Spieler um Leiterin Sylvia Stegmaier wieder volkstümliches Theater vom Feinsten.
Von Spielleiterin Sylvia Stegmaier hervorragend ausgewählt, präsentierten die Akteure ihre Rollen überzeugend: Hans Stegmaier, als Opa Otto, der aus einer Mücke gerne einen Elefanten macht, Andreas Schneider als sein Schwiegersohn Helmut, dem Opa Otto auf die Nerven geht, Marina Sauter, als Christa Engel, Helmuts Frau und Ottos Tochter, Natalie Pflieger als Simone, Tochter der beiden und Simon Grözinger als beider Sohn Oliver, Sabine Wiedmann als die kämpferische Tante Rosi und Stephan Hörandl als Rosis Mann Erich, der gerne mit dem Opa in den Hirsch geht.
In dem Dreiakter leben drei Generationen unter einem Dach, was auch im wahren Leben gelegentlich zu Komplikationen führt. Die größte Unruhe verursacht Opa Otto, der sich mal für Elvis, mal für Goethe hält, zügellos überzogene Geschichten auftischt und alles immer maßlos übertreibt: Da wird aus einem implodierten Fernseher mal schnell ein abgebranntes Haus oder beim Vorlesen die Überschrift des Zeitungsartikels verfälscht. Sehr zum Leidwesen seines Schwiegersohnes Helmut! Opa’s Geschichten bringen Helmut zur Weißglut und provozieren einen Streit mit seiner Frau Christa, die ihren Vater immer in Schutz nimmt. Auch der Streit wird von Opa, wie soll es auch anders sein, übertrieben und er erzählt seinen Enkelkindern Simone (Natalie Pflieger) und Oliver (Simon Grözinger), dass sich die Eltern scheiden lassen wollen. Helmut platzt nun endgültig der Kragen und er zahlt es Opa heim: Er tut so als würden Opas Übertreibungen stimmen! Die Enkelkinder sind schockiert – Opa’s Übertreibungen zerstören die Familie! Eine Lösung muss her und nach kurzem Überlegen, hat Opa die zündende Idee: Nostalgie! Opa heckt einen Plan aus, in den die ganze Verwandtschaft, auch Tante Rosi und Onkel Erich einbezogen wird, um die Ehe von Christa und Helmut zu retten: Das Ehepaar Engel soll in die Zeit zurückversetzt werden, in der seine Liebe begonnen hat. Das Esszimmer wird kurzerhand zur Fuggerei, der Onkel zum Oberkellner und Tante Rosi zur Köchin. Enkeltochter Simone wird völlig unemanzipiert zum Serviermädchen und Enkelsohn Oliver souffliert gekonnt dem Opa, der als Künstler ein eigens dafür geschriebenes Gedicht rezitiert, welches das Galadinner zum Erfolg führen soll! Das Ehepaar lässt dies über sich ergehen und lüftet schlussendlich die Farce – nur unter der Bedingung, dass Opa die Übertreibungen und Lügereien nun endlich lasse und sich bei allen Beteiligten für sein Verhalten entschuldige. Gesagt – getan und so findet alles ein gutes Ende.
Das begeisterte Publikum sparte am Ende nicht mit Applaus und erst nach mehreren Vorhängen konnte Vorsitzender Thomas Ritz allen Theaterspielerinnen und -spielern und Spielleiterin Sylvia Stegmaier für die gelungenen Vorstellungen danken und die Präsente überreichen. Sein besonderer Dank galt Hans Stegmaier, der bereits seit 1969 ununterbrochen für den Liederkranz Herlikofen auf der Bühne steht.
Von Gockeln und Glocken....
Wenn in Herlikofen der Ortsvorsteher im Bademantel in seiner Amtsstube residiert, ein Amtsbote wilde Gerüchte in Umlauf bringt, ein Hund im Koma liegt und das Glockengeläut abgestellt werden soll, kann das nicht Realität sein, es handelt sich vielmehr um die typischen Turbulenzen in einem Lustspiel von Bernd Gombold, das vom Theaterensemble des Liederkranzes 1850 Herlikofen e. V. auf die Bühne gebracht wird. Am Donnerstag, 5. Januar 2017 hatte das Stück „Die Gedächtnislücke“ Premiere, die zweite Vorstellung folgte am Samstag, beide in nahezu ausverkaufter Halle.
Von Spielleiterin Sylvia Stegmaier - in diesem Jahr zum ersten Mal alleinverantwortlich – hervorragend ausgewählt
präsentierten die Akteure ihre Rollen überzeugend:
Bernd Stegmaier als stressgeplagter und tablettenabhängiger Ortsvorsteher Franz Kübele, Monika Ruhland als seine dominante Ehefrau Helene,
Marina Sauter als pflichtbewusste Sekretärin Hannelore, Hans Stegmaier als bauernschlauer Amtsbote Sepp, Angelika Hagan als
neugierige Ladenbesitzerin Emma, Lukas Westhauser – ganz neu dabei- als Vorsitzender der Musikkapelle und des Kleintierzuchtvereins Anton, Sabine
Groß als zugezogene überspannte „Reingeschmeckte“ Frau von Silberstein, ihr unterwürfiger Ehemann Heinz-Harald alias Michael Franz (in diesem Jahr
ebenfalls zum ersten Mal dabei), Volker Abele, der als frauenliebender und lispelnder Psychologieprofessor Gottlieb nervte und Birgit Sauter,
als heiratswillige Bewerberin Rosalinde.
Ein aufregendes Leben herrscht beim stressgeplagten Ortsvorsteher Franz Kübele, der sich mit seiner Ehefrau Helene und mit der Landplage Ludwiga von Silberstein ihrem Gatten Heinz-Harald und ihrem Schoßhündchen Nofretete herumärgern muss, bis ein Schlag auf den Kopf alles verändert.
Das auf hiesige Verhältnisse zugeschnittene Stück beginnt mit einem kleinen Drama: Ortsvorsteher Franz ist vom Pech verfolgt, vergisst seinen Hochzeitstag und muss sich Vorwürfe seiner Frau Helene anhören. Dazu kommt das reiche Ehepaar von Silberstein mit seinem Hund, das sich über den krähenden Gockel, die lauten Kirchenglocken und die laute Musik bei den Proben des Musikvereins beklagt. Der Gockel Max sollte in die Suppe, die grässlichen Glocken der Kirche sollte man abhängen und die schreckliche Musik sollte aufhören, fordern die "Reingschmeckten" in Herlikofen. Als der Bürgermeister nachgibt und die Glocken abstellen will, verletzt er sich am Kopf, verliert sein Kurzzeitgedächtnis und ist plötzlich wieder der alte, versöhnliche und nette Mensch, der er vor seiner Amtszeit war! Ein Dorf ohne Geflügelzuchtverein, Musikkapelle und Glockengeläut – einfach undenkbar. Der Amtsbote nutzt die Gunst der Stunde, verschafft sich eine Gehaltserhöhung und lenkt den ahnungslosen Ortsvorsteher in die richtige Richtung.
Der überdrehte, lispelnde Psychiatrie-Professor Gottlieb Schippenstein , der seinen Urlaub zu Studienzwecken im Ortsvorsteherhaus verbringt und der Sekretärin Hannelore nachstellt und die heiratswillige Rosalinde, machen das Chaos perfekt.
Als das Schoßhündchen angeblich krank wird, empfiehlt man dem Tierchen zur Gesundung die alltäglichen, natürlichen Geräusche im Dorf, und so kommt alles wieder in beste Ordnung die Kapelle darf spielen, der Gockel wieder laut krähen und die Kirchenglocken läuten.
Am Ende gibt es ein neues Paar und der Ortsvorsteher bekommt sein Gedächtnis durch einen erneuten Schlag auf den Kopf wieder und alles ist wieder beim Alten...
Die Situationskomik kam nie zu kurz und die Zuschauer hatten viel zu lachen. So mancher Szenenbeifall wurde den grandiosen Schauspielern gezollt.
In seiner Abschlussrede dankte Vorsitzender Thomas Ritz allen Akteuren auf der Bühne, Roswitha Krieg, die für die Maske verantwortlich zeichnete, Cornelia Stegmaier, die soufflierte, wenn mal der Text hing, Volker Abele, der die Tontechnik im Griff hatte und allen Helfern rund um Kulisse und Organisation für die wieder einmal hervorragende Arbeit.
Sein spezieller Dank für das überaus gelungene Debüt richtete sich an Sylvia Stegmaier, die in diesem Jahr die Spielleitung erstmalig eigenverantwortlich innehatte.
Ein Feuerwerk des volkstümlichen Theaters entzündete die Theatergruppe vom Liederkranz 1850 Herlikofen e. V. am vergangenen Wochenende in der an beiden Tagen nahezu ausverkauften Gemeindehalle. Mit dem Dreiakter "Die Ledigensteuer" von W. Kalkus präsentierten sie wieder einmal Komödiantentum vom Feinsten.
Den drei Junggesellen Matthias Breitlinger (Hans Stegmaier), Peter Füchsle (Bernd Stegmaier) und Alois Hintermaier (Volker Abele) steht eine neue Steuer ins Haus. Um die Einnahmen der Gemeindekasse zu verbessern und damit auch der örtlichen Familienplanung auf die Sprünge zu helfen, beschließt der Stadtrat, eine Steuer für unverheiratete Männer einzuführen. Diese trifft die drei sparsamen Junggesellen wie ein harter Schlag.
Von der fiskalischen Abgabe befreit wird nur, wer drei "Körbe" vorweisen kann oder "a Depp" ist. Deshalb beschließen die drei hartgesottenen Weiberfeinde, ihren Geldbeutel und ihre Freiheit mit allen verfügbaren Möglichkeiten zu verteidigen.
Nach eingehender Lagebesprechung hecken die drei einen Plan aus, wie es gelingen könnte, von drei Frauen eine schriftliche oder eine Absage vor Zeugen zu bekommen. Bernd Stegmaier füllt die Rolle des Barbiers, der sich nach und nach zum Deppen verwandelt, so überzeugend, dass das Publikum aus dem Lachen nicht mehr rauskommt. So schleicht er als gerissener Frisör mit einem Spielzeugpferdchen über die Bühne und erklärt der strengen Katharina (Monika Ruhland) glaubhaft, dies sei sein neues Ross.
Hans Stegmaier und Volker Abele, die beiden anderen Junggesellen, probieren, mit drei versagten Anträgen der Ledigensteuer zu entkommen. Mit viel Witz und schauspielerischem Talent schaffen sie es, die Zuschauer derart zu begeistern, dass diese nicht mit Szenenapplaus geizen.
Spannung kommt in das Ganze, als die alte Besenreitergretel (Angelika Hagan) am Hof auftaucht. Bei dieser wollen die beiden Junggesellen ihr "Glück" versuchen. Doch die Gretel versalzt den beiden die Suppe und geht zu Kummer der Bauern auf einen der Anträge ein.
Begeistert verfolgte das Publikum Angelika Hagans
großartige Verwandlungsfähigkeit: zeigte sich sich zu Beginn als wenig reizvolles und eher zurückhaltendes Bettelweib, so überraschte sie nach dem Eheversprechen mit elegantem Äußeren und sehr
selbstbewußtem Auftreten als zukünftige Hausherrin!
Brillieren konnte auch Monika Ruhland in ihrer Rolle der grantigen Schwester, die das Regiment auf dem Hof von Matthias Breitlinger führt. Gekonnt zeigt sie den Herren, wer das Sagen auf dem Hof hat.
Für die Liebe auf dem Hof sind Anna, die Magd (Marina Sauter), und Franz, der Knecht (Christian Pflieger) zuständig. Mit Witz und herzerfrischenden Dialogen, wobei deren „Herrschaften“ nicht immer gut wegkommen, entlocken sie dem begeisterten Publikum jede Menge Lacher.
Am Ende der Verwirrungen wendet sich alles zum Guten, als die Junggesellen feststellen müssen, dass sie gar nicht zum Kreis der Steuerzahler gehören, da diese nur bis zu einer gewissen Altersgrenze erhoben wird. So endet die "Ledigensteuer" für alle im Guten.
Den Liederkränzlern gelang wieder einmal eine fulminante Vorstellung. Lobend erwähnt werden müssen auch das liebevolle Bühnenbild und die brillante Arbeit von Roswitha Krieg, die für die Maske verantwortlich war. Diese verwandelte mit geschicktem Händchen die Laiendarsteller in echte Volksschauspieler. Last but not least die beiden Spielleiter Sylvia Stegmaier und Werner Klein, die wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet haben.